Köln, der 15. Dezember 2017

Kölnische Rundschau

Vorstellabend der Kajuja

Viel Beifall für Karnevals-Newcomer

Erstellt 07.10.2012

„Knubbelisch vum Klingelpötz": Typenredner Ralf Knoblich.

Standing Ovations, Jubel und Zugabe-Rufe: Volker Weininger riss als „Der Sitzungspräsident" das Publikum beim Vorstellabend der Kajuja von den Stühlen. In einer brillanten Büttenrede persiflierte der Kabarettist Sinn und Irrsinn des Karnevals und nahm dabei vor allem die Überalterung der Vereine ins Visier. Von Hanspeter Brodüffel

Standing Ovations, Jubel und Zugabe-Rufe: Volker Weininger riss als „Der Sitzungspräsident" das Publikum beim Vorstellabend der Kajuja von den Stühlen. In einer brillanten Büttenrede persiflierte der Kabarettist Sinn und Irrsinn des Karnevals und nahm dabei vor allem die Überalterung der Vereine ins Visier. Kostprobe: „Den Vereinen laufen die Mitglieder weg. Die Mitglieder in unserem Verein können schon gar nicht mehr weglaufen. Die sterben weg. Unser Tanzmariechen ist dem Krematorium näher als dem Klimakterium."

Spitze Zunge und kernige Kalauer: Auch der sächselnder Comedian Edno Bommel konnte mit seinem Auftritt bei der „Kochucha" Volltreffer auf das Zwerchfell landen. Neben Aufbruch Ost und Abbruch West bekam auch der 1. FC Köln sein Fett ab: „Der FC hat im Osten mehr Punkte gelassen als ich in Flensburg."

Als „Knubbelisch vum Klingelpötz" hielt Ralf Knoblich die Fahne der kölschen Sprache hoch. Der neue Typenredner punktete beim Publikum mit talentierter Rhetorik und gekonnter Gestik. Bauchredner Gérard hatte mit seinen Stoffpuppen Dino & Freddy wieder einige gute Gags im Gepäck.

Die neunjährige Lena und ihr drei Jahre älterer Bruder Niklas Milewicz kamen als pfiffige „Geschwister in der Bütt" mit charmant-jecken Geschichten vom Bauernhof und Zoo gut an. Bei den musikalischen Darbietungen überzeugte vor allem die neunköpfige „Kuhl und de Gäng" mit kölschen Texten, satten Bläserarrangements und pumpendem Groove.

Mit „Pirate" enterten Kasalla in der vorigen Session die Herzen der Jecken. Mit ihrem begabten Frontmann Bastian Campmann hinterließ die junge Band einen starken Eindruck. Zur neuen Formation „Blootsbröder" haben sich vier bekannte Musiker im September zusammengeschlossen: Benjamin Brings, Ilja Engel, Pete Haaser und Hanz Thodam. Die stimmliche Harmonie ist noch verbesserungswürdig, aber die Musik ist rockig und erdig.

Frisch und poppig war der Auftritt der bei jugendlichen Jecken beliebten Band „Cat Ballou". Mit „Et jitt kei Wood" ist den Senkrechtstartern eine feine Liebeserklärung an Köln gelungen. Nadine Fliegen und Chantal Kursch feierten als „Domhätzjer" ihre Kajuja-Premiere. Den echt kölschen Mädchen gelang ein flotte Vorstellung.

Große Begeisterung für einen Neunjährigen: Stefan Dahm ließ beim bekannten „Explezier" mit authentischem Kölsch und beeindruckender Konzentration kein kölsches Schimpfwort aus. Harmonisch choreographiert war das prima Potpourri der Kölschen Dillendöppcher. Passend zum Sessionsmotto „Fastelovend em Blot, he un am Zuckerhot" präsentierten die 30 Kinder und Jugendlichen mit viel Schwung brasilianische Samba und kölsche Tanzkunst. Fazit: Ein unterhaltsamer Vorstellabend mit zwölf bunten Nummern. Jot jemaat!

 


Vorstellabend der KAJUJA Köln am 06. Oktober 2012

Kölsche Fasterlovend Eck vom 08. Oktober 2012

Dä Knubbelisch vum Klingelpötz ist ein Typenredner, der seit Februar 1994 Justizvollzugsbeamter in der JVA ist, ist seit 1998 in der Type des Knubbelisch unterwegs. Manche Ähnlichkeit mit dem Schutzmann Jupp Menth ist wohl nicht zufällig, denn dieser ist maßgeblich an seiner Entwicklung dieser Type beteiligt. Der 49jährige Ralf Knoblich versteht es, auf das Publikum einzugehen, wenn Zwischenrufe kommen und baut Versprecher geschickt und humorvoll in die Rede mit ein, was ihn sympathisch und ehrlich rüber kommen lässt.


Dä Knubbelisch – lacht gerne über das Kölsche

Internet Zeitung Report-K vom 07. Oktober 2012

Kölschplädoyer aus Ossendorf vum Knubbelisch vum Klingelpütz und vum Ihrefeld. Kölsche Geschichten, alle mit einem echten „J" deklamiert und weil es so schön ist können sie blöder als blöd nicht sein. Ach ja der Mann trägt eine Uniform und sprengselt Jeschichten hinter Jttern ein und kommt selbst manchmal zwischen Hochdeutsch und Kölsch zwischeneinander und jault auf. Jute Jeschichten hat Knubbelich im Jepäck für die Session 2013 und kam beim Publikum gut an. Gute Rede für die kommende Session. Sein Plädoyer fürs Kölsche goldrichtig.


KAJUJA legt die Messlatte hoch

Internet Zeitung Jeck op Kölsch vom 07. Oktober 2012

Viel Applaus bekam auch einer der letzten Typenredner im Karneval "Dä Knubbelisch vum Klingelpötz". Nicht nur auf der Bühne mimt er den "Wärter" auch im realen Leben ist Ralf Knoblich Justizvollzugsbeamter in der JVA in Ossendorf. Und natürlich erzählt er auch aus dem Haftalltag und das im feinsten Kölsch, auch wenn sich hin und wieder etwas hochdeutsch "einschleicht". Und selbst wenn er mal einen alten Witz, wie dem von seinem alten Lehrmeister erzählt, verpackt er ihn so gut das es kaum auffällt. Für ihn ist Kölsch die Siel des Rheinlandes und dazu steht er..